Triptychon Gral
Anna May-Rychter
Kunstdruck
1911 hört die junge Malerin Anna May zum ersten Mal Vorträge von Rudolf Steiner. Kurz darauf beginnt sie, wie besessen zu malen. Nacht für Nacht. Heimlich. Ein Bild entsteht, das sie nicht einfach erschafft, sondern das sie gleichsam empfängt. Sie spürt, dass sie gerade ihren Lebensauftrag erfüllt.
Ihr Triptychon mit dem Titel „Der Gral“ ist 6 m breit. Denn es war gedacht als das Eingangsbild für das erste Goetheanum. Ein Werk, das mehr ist als Kunst. Denn in diesem Bild liegt ein Geheimnis: Die Verbindung der 12 spirituellen Strömungen der Menschheit.
Wir sehen die großen Lehrer der Vergangenheit, die Strömungen der Weißen Bruderschaft, von Salomo und Hiram – und in ihrer Mitte die Königin von Saba, die in der Lage ist, die uralte Spaltung zwischen Abel und Kai zu überwinden.
Doch das Schicksal des Gemäldes nimmt einen anderen Lauf. Das Goetheanum brennt nieder. Damit verliert das Bild schlagartig seinen Sinn und Zweck. Im Zweiten Weltkrieg wird es dann schließlich zerstört.
Das ist nicht das Ende. Vor ein paar Jahren taucht es als Fotoplatte wieder auf. Wie aus der Zeit gehoben. Die Frage ist: Warum gerade jetzt? Vielleicht, weil solche Bilder Menschen suchen, Freunde, die bereit sind, ihr Geheimnis zu erkunden.
